Portfolio Management Report 3. Quartal 2007

Rückblick 3. Quartal 2007

Starke Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten prägten das 3. Quartal 2007. Ursache für die Nervosität waren weitere negative Meldungen über den US-Hypothekenmarkt und die anhaltende Verunsicherung bezüglich der weltweiten Konsequenzen. Dass die Subprime-Krise nicht nur ein amerikanisches Problem ist, zeigten zahlreiche Krisenmeldungen über europäische Bankinstitute, die über verbriefte Kredite - sogenannte Collateral Debt Obligations (CDOs) - im US-Subprime-Segment investiert sind. Negativ betroffen waren nicht nur der Handel mit hypothekenbesicherten Wertpapieren, sondern auch das Vertrauen und die Ausleihungen der Banken untereinander. Zur Aufrechterhaltung der normalen Funktionsweise der Geldmärkte haben die Zentralbanken mit der Bereitstellung von kurzfristiger Liquidität reagiert. Teilweise büßten die Aktienmärkte in den sechs Wochen bis zu den Tiefstständen Mitte August etwa 10 Prozent ein. Die US-Aktienmärkte mussten im Juli den seit zwei Jahren größten Verlust auf Monatsbasis hinnehmen. Nachdem die US-Notenbank am 17. August den Diskontsatz gesenkt hatte, kam es zu einer Beruhigung an den Aktienmärkten. Trotzdem haben europäische Aktien im 3. Quartal verloren; der DJ Stoxx 50 gab um 2,6 Prozent nach. Die US-Aktienmärkte verzeichneten im Berichtszeitraum einen leichten Gewinn. Auf US-Dollar-Basis betrug das Plus 2,0 Prozent, gemessen in EUR beendete der S&P 500 das Quartal aber um fast 3,0 Prozent niedriger. Angesichts der ungünstigen Perspektiven für die US-Wirtschaft verlor der USD gegenüber dem EUR weiter an Wert und erreichte Ende September das Niveau von 1,4235. Der Ölpreis wurde von der zunehmenden Knappheit am Ölmarkt und den starken Netto-Long-Positionen spekulierender Händler unterstützt und stieg am 20. September auf das Rekordhoch von USD 83,32 je Fass.

Die sprunghaft angestiegene Risikoaversion auf allen Märkten brachte im Anleihenbereich schwere Verluste. Besonders Bankenanleihen und der High-Yield-Bereich mussten hohe Abschläge hinnehmen. Die allgemeine Unsicherheit, wer in den betreffenden US-Subprime-Sektoren investiert ist, brachte Preiseinbrüche für die ganze Branche. Nur sichere Staatsanleihen waren plötzlich gefragt und die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen fiel auf unter 4,1 Prozent. Ein vorläufiges Ende der Krise wurde erst durch die unerwartet hohe Zinssenkung von 50 Basispunkten der Federal Reserve eingeläutet, worauf der Nachfragedruck auf langfristige Staatsanleihen im Rahmen einer Erholung der Aktienmärkte wieder zurückging.

US-Konjuktur bisher kaum von Finanz-Krise beeinflusst

Die bisher veröffentlichten Daten lassen hinsichtlich der Auswirkungen der Kreditkrise noch keine eindeutigen Aussagen zu. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im 2. Quartal gegenüber dem Vorquartal um kräftige 3,8 Prozent. Die höchsten Wachstumsbeiträge kamen vom Außenhandel, von den Staatsausgaben und den Ausrüstungsinvestitionen, gebremst hat wieder der private Wohnungsbau. Die neuesten Statistiken zum amerikanischen Immobilienmarkt zeigen einen drastischen Einbruch der schwebenden Hausverkäufe und der Verkäufe fertig gestellter Häuser sowie eine unverändert hohe Anzahl an unverkauften Immobilien. Die Hauspreise sind im 2. Quartal aber noch schwach angestiegen. Die Jahresveränderungsrate des OFHEO-Hauspreisindex blieb mit 3,2 Prozent weiterhin im positiven Bereich. Insgesamt bestätigen die Zahlen die Entwicklungen der Baubeginne und -genehmigungen, die im August auf mehrjährige Tiefstände gefallen waren und damit eine Fortsetzung der Wohnungsbaurezession signalisieren. Der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Monaten empfindlich abgeschwächt, der überraschende Beschäftigungsrückgang im August um 4.000 Personen dürfte aber mit den Turbulenzen an den Finanzmärkten noch nichts zu tun haben. Die niedrigen Veränderungsraten der Verbraucherpreise im August sowohl in der Gesamt- als auch in der Kernrate - die jährliche Inflation verringerte sich auf 2,0 Prozent - dürften ebenfalls nur auf temporäre Einflüsse zurückzuführen sein.

Japan: Abschwächung des Wachstums

Das Wachstum der japanischen Wirtschaft hat in den letzten Monaten einen Dämpfer erhalten. Nach sehr guten Zahlen im 4. Quartal 2006 und im 1. Quartal 2007 gab es beim Wirtschaftswachstum im 2. Quartal dieses Jahres einen Rückgang. Auch von der politischen Seite waren die letzten Monate nicht einfach. Nach zahlreichen Skandalen unter den Ministern, einer Umbildung der Regierung sowie hohen Verlusten bei der Oberhauswahl, trat Ministerpräsident Abe im September zurück. Yasuo Fukuda, der wieder Stabilität in die Partei bringen soll, wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Für den Reformprozess dürfte dies allerdings Verzögerungen bedeuten. Positive Nachrichten kommen von Seiten der Handelsbilanz und den Exporten. Dies ist vor allem auf die schwache Währung zurückzuführen. Der JPY konnte die Stärke im Zuge der fallenden Märkte nicht beibehalten und notiert gegenüber dem EUR bereits wieder deutlich schwächer als Mitte August. Anders das Verhältnis zum USD, gegen den der JPY nur weniger eingebüßt hat.

Konjunkturdaten in Euroland zeigen Abschwächungstendenzen

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Kursentwicklung diverser Anlagekategorien seit Jahresbeginn 2007 (Quelle: Gutmann Portfolio Management) http://www.gutmann.at/uploads/pics/grafik1_2007Q3.gif

Das Wirtschaftswachstum fiel im 2. Quartal mit 2,5 Prozent im Vorjahrsvergleich enttäuschend aus. Zum Großteil kann die Verlangsamung durch den milden Winter und die ins 1. Quartal vorgezogene Produktion in der Industrie und im Baugewerbe erklärt werden. Die zuletzt schwache Entwicklung ist als Gegenbewegung zum starken Jahresauftakt zu sehen. Die Besserung am Arbeitsmarkt setzte sich, wenn auch verlangsamt, fort und nach der mehrwertsteuerbedingten Stagnation Anfang des Jahres beschleunigte sich der private Verbrauch erheblich. Die Stimmung, welche am Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes, am Industrievertrauen der EU-Kommission und am ifo-Geschäftsklima für Deutschland ablesbar ist, wurde durch die abnehmende konjunkturelle Dynamik und die Finanzmarktturbulenzen gedämpft.

Ausblick - Positionierung

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Entwicklung der Vermögensverwaltungsdachfonds seit Jahresbeginn 2007 (Quelle: Gutmann Portfolio Management) http://www.gutmann.at/uploads/pics/grafik2_2007Q3.gif

Von der US-Immobilienkrise gehen beträchtliche Risiken für die globale Konjunktur aus. Hypothekenbesicherte Wertpapiere waren in den vergangenen Jahren ein stark wachsendes Segment. Am Ende des 2. Quartals betrug der Wert der verbrieften Eigenheimhypotheken über 2 Billionen USD. Das Hauptproblem liegt darin, dass über die Auswirkungen von starken Preiskorrekturen keine Erfahrungen vorliegen. Potentielle Abwärtsrisiken sind international höhere Finanzierungskosten aufgrund gestiegener Risikoprämien und eine damit verbundene Abschwächung der Investitionen. Ein deutlicher Rückgang der Immobilienpreise sowie ein Einbruch der Aktienmärkte in den Industrieländern, was eine Zurückhaltung bei den Konsumausgaben zur Folge hätte, würde die Konjunktur in den kommenden Jahren ebenfalls merklich belasten. Angesichts der Unsicherheiten beurteilen wir die Konjunkturperspektiven zurückhaltender, von einem kräftigen Konjunkturabschwung gehen wir aber nicht aus. Das globale Wachstum ist heute weniger US-zentriert als noch vor einigen Jahren und viele Schwellenländer weisen ein hohes Wachstum auf. Auch das Institut für Weltwirtschaft kommt in ihren Prognosen im Herbst 2007 zum Ergebnis, dass nicht mit einem nachhaltigen Einbruch der Weltkonjunktur zu rechnen ist. Für die Industrieländer insgesamt rechnen sie in diesem und im nächsten Jahr mit einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts um 2,4 bzw. 2,3 Prozent.

Die Situation im Baugewerbe wird das US-Wachstum stärker und länger beeinträchtigen als vorhergesagt. Die unmittelbaren Auswirkungen dieser Entwicklung auf die allgemeine Konjunktur sind aber noch immer ungewiss. Die uneinheitlichen US-Wirtschaftsindikatoren im 3. Quartal lassen vermuten, dass das zuletzt kräftige Wachstum nicht gehalten wird. Stagnierende Hauspreise werden das Nettovermögen der Haushalte senken und die Verbraucher zurückhaltender machen. Aufgrund der strafferen Kreditvergabekonditionen rechnen wir tendenziell auch eher mit einer langsameren Investitionstätigkeit. Das Institut für Weltwirtschaft erwartet, dass der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in den Jahren 2007 und 2008 mit 2,0 Prozent bzw. 1,8 Prozent geringer ausfällt als das Wachstum des Produktionspotentials. Mit dem großen Zinsschritt von 50 Basispunkten hat die US-Notenbank auf die gestiegenen Wachstumsrisiken reagiert. Vermutlich wird sie die Zinsen auch im 4. Quartal um weitere 25 Basispunkte senken. Die Inflationsängste wurden damit aber nur vorläufig in den Hintergrund geschoben. Der zuletzt wieder gestiegene Ölpreis und Basiseffekte im Zusammenhang mit den Energiepreisen dürften dazu führen, dass die Inflationsrate gegen Jahresende wieder ansteigt.

Für den Euroraum sind die Bremseffekte der US-Immobilienkrise bislang begrenzt. Für eine nach wie vor deutliche konjunkturelle Expansion spricht, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt weiter verbessert hat und die Auftragseingänge in der Industrie im 2. Quartal stark angezogen haben. Wir gehen davon aus, dass der Konjunkturzyklus im Euroland zwar seinen Höhepunkt überschritten hat, das Wachstum aber nach der Enttäuschung im 2. Quartal wieder an Dynamik gewinnt. Das Hauptrisiko für die weitere Entwicklung ist die Verknappung des Kreditangebots. Damit könnten auch im Euroraum die Bau- und Konsumausgaben der privaten Haushalte sowie Unternehmensinvestitionen spürbar gedämpft werden. Da die Perspektiven für die Wirtschaftsentwicklung nun mit erhöhter Unsicherheit belastet sind, hat die EZB den Refinanzierungssatz unverändert bei 4 Prozent belassen und wird wahrscheinlich auch in den kommenden Monaten weiter abwarten. Die geringfügigen Änderungen beim BIP-Szenario - das 2007 erwartete Wachstum wurde lediglich von 2,6 Prozent auf 2,5 Prozent reduziert - genügen aber nicht, um den Inflationsausblick der EZB zu verändern. Die EZB geht sowohl für dieses als auch für das nächste Jahr weiterhin von einer Teuerungsrate von 2,0 Prozent aus.

Es ist momentan kaum möglich, die Auswirkungen der Finanzkrise auf die