Gutmann Investment Mail Oktober 2007

Megatrend Agrarrohstoffe

Jahrzehntelang wurden viele Lebensmittel im Verhältnis zu den Einkommen immer billiger. Durch veränderte ökologische Rahmenbedingungen müssen sich die Verbraucher nun auf steigende Preise für Nahrungsmittel einstellen. Bei der finalen Schätzung der Inflationsrate in Euroland für August stiegen die Lebensmittelpreise mit 2,1 Prozent bereits stärker als der Gesamtindex an. Erheblich teurer wurden vor allem Weizen und Milch. Ursache für die Preisexplosion sind grundsätzliche Verschiebungen zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Markt für Agrarrohstoffe.

Das starke Wirtschaftswachstum und der wachsende Wohlstand in den aufstrebenden Ländern Asiens und Afrikas sorgen für mehr Nachfrage nach höherwertigen Nahrungsmitteln wie Fleisch und Getreide. Verstärkt wird der Trend durch die weltweite Umwidmung der Agrarflächen zur Produktion von Bioenergie anstelle von Nahrungsrohstoffen und Futtermitteln. In den USA werden bereits rund 30 Prozent der Maisproduktion zu Treibstoff verarbeitet. In Österreich nimmt im Oktober eine Ethanol-Anlage den Betrieb auf, die jährlich rund 400.000 Tonnen Weizen verarbeiten soll, was etwa 30 Prozent der österreichischen Weizenproduktion entspricht.

Agrarprodukte können aber nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt in beliebiger Menge hergestellt werden. Die Nachfrage kann nur aus der jüngsten Ernte und eventuellen Lagerbeständen befriedigt werden. Problematische Wetterbedingungen haben die Aussichten auf die Weizenernte in zahlreichen Regionen der Welt stark eingetrübt. Der Internationale Getreiderat IGC hat seine Prognose für die globale Weizenproduktion 2007/2008 von 614 Millionen Tonnen auf 607 Millionen nach unten korrigiert. Damit bleibt die Versorgung eng, denn der Erzeugung steht ein Verbrauch von etwa 614 Millionen Tonnen gegenüber. Die Lagerbestände sinken kontinuierlich, für 2007/2008 rechnet man mit Vorräten von unter 15 Prozent - das ist weniger als der Verbrauch von zwei Monaten.

Die Weizennotierung in Chicago hat im September das Niveau von 9 USD je Scheffel überschritten. Binnen eines Jahres hat sich der Preis für das Getreide damit verdoppelt, allein im vergangenen Monat stieg er um über 20 Prozent. Panikkäufe der weizenimportierenden Länder aus dem Nahen Osten und aus Nordafrika trieben die Preise zusätzlich in die Höhe. Ägypten kaufte innerhalb weniger Tage fast eine Million Tonnen Weizen in den USA und Russland ein.

Grafik: Entwicklung des Weizenpreises in US-Cent je Bushel seit Beginn des Jahres 2007 (Quelle: Bloomberg) http://www.gutmann.at/uploads/pics/grafik1_200710.gif

Die Deutsche Bank erwartet bei den Nahrungsmitteln und vor allem bei den Getreiden die längste Ralley der Geschichte, die Preise werden voraussichtlich bis Anfang 2009 steigen. Die so genannten Soft Commodities haben den Boom der anderen Rohstoffsegmente bislang nicht voll mitgemacht. Der langfristige Trend bei den Agrarstoffen zeigt weiter nach oben, daher bleiben auch wir in unserem Gutmann Real Assets Portfolio bei einer Übergewichtung in diesem Sektor.

Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert. Für deren Richtigkeit und Vollständigkeit sowie für das Eintreten von Prognosen wird jedoch keine Gewähr übernommen und jede Haftung ausgeschlossen. Die Anlage in Investmentfonds ist Marktrisiken unterworfen. Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Ausgabe- und Rücknahmespesen werden in den Performancedaten nicht mitberücksichtigt. Der veröffentlichte Vereinfachte und Vollständige Prospekt genannter Fonds in der aktuellen Fassung im Sinne § 6 InvFG stehen den Interessenten bei der Gutmann Kapitalanlageaktiengesellschaft und der Bank Gutmann AG, beide Schwarzenbergplatz 16, 1010 Wien, Österreich, kostenlos zur Verfügung.

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