Real Assets und Anleihen mit Inflationsschutz
Derzeit ist Inflation kein Thema. Der Euroland-Verbraucherpreisindex fiel im
September um 0,3 Prozent nach einem Rückgang um 0,7 Prozent im Juli. Auch
mittelfristig ist angesichts der niedrigen Kapazitätsauslastung und der
hohen Arbeitslosigkeit keine nachhaltige Teuerung zu erwarten. Die
Zentralbanken haben die Finanzmärkte in den letzten Monaten zwar mit
zusätzlichem Geld geradezu überflutet, da die Geldkanäle aber noch nicht
normal funktionieren, ist die Liquidität nicht in der realen Wirtschaft
angekommen.
Viele Volkswirte befürchten, dass es den Notenbanken nicht gelingt, das Geld
rechtzeitig wieder aus dem Wirtschaftskreislauf herauszunehmen. In diesem
Fall muss mit einer starken Zunahme der Inflation gerechnet werden, sobald
sich die Kreditversorgung wieder normalisiert und die konjunkturelle
Belebung für eine zunehmende Auslastung der Produktionskapazitäten sorgt.
Für die Anleger spielt daher der Schutz des Vermögens vor realem Wertverlust
eine immer wichtigere Rolle. Substanzwerte, die auch unter dem Begriff Real
Assets bekannt sind, helfen, die Inflationsrisiken zu begrenzen. Zu diesen
Anlagewerten gehören Rohstoffe und Immobilien.
Die Anlageklasse Immobilie ist allerdings sehr uneinheitlich und nicht jedes
Objekt, jede Nutzungsart und jeder Standort garantiert einen realen
Werterhalt in Zeiten hoher Inflation.
Grafik: Entwicklung der Total Return Indizes für verschiedene
Immobiliennutzungsklassen und des Verbraucherpreisindexes (Quellen: Deutsche
Bundesbank; Investment Property Databank; Institut der deutschen Wirtschaft
Köln)
Um den Inflationsschutz von Immobilienanlagen zu überprüfen, hat das
Institut der deutschen Wirtschaft Köln nicht nur die zeitliche Entwicklung,
sondern sämtliche Faktoren, die den Zusammenhang der Renditen und das
Preisniveau beeinflussen, untersucht. In der im Jänner 2009 veröffentlichten
Studie zeigte sich, dass eine Direktinvestition in Wohngebäude den besten
Schutz gegen Preissteigerungen bietet. Auch bei Büroimmobilien ist bei
steigender Inflation von steigenden Renditen auszugehen. Direktanlagen in
Einzelhandelsimmobilien sind als Inflationsschutz dagegen weniger geeignet.
Keinen effektiven Schutz vor Inflation bieten Immobilienaktien. Der Anleger
ist nur indirekt an einer Immobilie beteiligt und die Aktienentwicklung wird
großteils von den Erwartungen des Marktes über die zukünftigen Gewinne des
Unternehmens beeinflusst. Für langfristige Investoren, die in direkte
Immobilienanlagen investieren, sind Immobilien als Inflationsschutz aber
durchaus geeignet. Vor allem wenn in Immobilienklassen veranlagt wird, bei
denen eine Mietindexierung üblich ist.
Die Yale Universität publizierte 2004 die Studie "Facts and Fantasies about
Commodities Futures" von Gary Gorton und K. Geert Rouwenhorst. In einer
Rückrechnung eines auf Daten des Commodities Research Bureau basierenden
Rohstoffkorbes seit 1959 wurde belegt, dass auch Rohstoffe steigen, wenn die
Inflation gemessen am Konsumentenpreisindex in den USA steigt. Dass
Rohstoffe positiv zur Inflation korrelieren, ist angesichts der zu etwa 40
Prozent aus Rohstoffen bestehenden Inflationsindizes auch gut
nachvollziehbar.
Grafik:http://www.gutmann.at/uploads/pics/grafik2_200911.gif (Quellen: Schroders, US CPI 1976 - 2008: jährliche Erträge; S&P;
Barclays; CRB - Bloomberg)
Aber auch innerhalb des Rohstoffuniversums schützen nicht alle Segmente
immer gleich gegen einen Kaufkraftverlust. Gold wird zum Beispiel ein sehr
guter und umfassender Inflationsschutz nachgesagt. Tatsächlich bot das
Metall während der ersten und zweiten Ölkrise einen guten Inflationsschutz,
es gab aber auch Perioden, in denen Gold Futures einen negativen
Zusammenhang aufwiesen. Auch bei einer realen Vermögensbildung muss auf eine
breite Risikostreuung über einzelne Anlagen und Anlageformen geachtet
werden.
Anders als bei Immobilien und Rohstoffen ist die Möglichkeit am
konjunkturellen Aufschwung teilzunehmen bei inflationsgebundenen Anleihen
zwar gering, gegen hohe Teuerungsraten bieten sie aber den besten Schutz.
Allerdings hat die Unsicherheit bezüglich zukünftiger Inflationsraten die
Kurse bereits deutlich in die Höhe getrieben und inflationsgeschützte
Anleihen sind nicht mehr so günstig wie noch vor einigen Monaten. Deutsche
und italienische Anleihen mit Inflationsschutz sind aus unserer Sicht den
französischen aktuell vorzuziehen.
Mag. Silvia Pecha, CPM, Gutmann Kapitalanlageaktiengesellschaft
Rückfragen:
Mag. Friedrich Strasser,
Vorstand der Gutmann Kapitalanlageaktiengesellschaft
Tel.: +43-1-502 20-216,
friedrich.strasser@gutmann.at
http://www.gutmann.at
Renate Skoff,
The Skills Group
Tel.: +43-1-505 26 25,
skoff@skills.at
http://www.skills.at
Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert. Für deren Richtigkeit und
Vollständigkeit sowie für das Eintreten von Prognosen wird jedoch keine
Gewähr übernommen und jede Haftung ausgeschlossen. Die Anlage in
Investmentfonds ist Marktrisiken unterworfen. Performance-ergebnisse der
Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines
Investmentfonds zu. Ausgabe- und Rücknahmespesen werden in den
Performance-daten nicht mitberücksichtigt. Der veröffentlichte Vereinfachte
und Vollständige Prospekt genannter Fonds in der aktuellen Fassung im Sinne
§ 6 InvFG stehen den Interessenten bei der Gutmann
Kapitalanlageaktiengesellschaft und der Bank Gutmann AG, beide
Schwarzenbergplatz 16, 1010 Wien, Österreich kostenlos zur Verfügung.
© Gutmann Kapitalanlageaktiengesellschaft, Schwarzenbergplatz 16, 1010 Wien,
Österreich,
Tel.: +43-1-502 20-0, www.gutmannfonds.at