Rückblick 2. Quartal 2007
Die internationalen Aktienmärkte profitierten im vergangenen Quartal von
guten globalen Konjunkturdaten sowie von regen Fusions- und
Übernahmeaktivitäten und verzeichneten erneut starke Kursgewinne. Anfang
Juni sorgten Inflations- und Leitzinssorgen vor allem an den Aktienmärkten
in Europa und in den USA für erhebliche Unruhe. Die Mitte des Monats
veröffentlichte Einschätzung der US-Notenbank, wonach die Wirtschaft bei nur
geringem Preisdruck moderat wachse, konnte die Ängste vor einer Zinserhöhung
aber wieder abschwächen. Der DJ Stoxx 50 entwickelte sich im
Berichtszeitraum mit einem Plus von 6,42 % am besten. Die
Unternehmensgewinne in den USA waren im 1. Quartal deutlich stärker als
erwartet gewachsen, und der Aktienmarkt erzielte im 2. Quartal ebenfalls
einen starken Zuwachs von 5,81 %. Die japanischen Börsen verzeichneten mit
4,92 % eine Underperformance. Der USD notiert aktuell bei 1,3538. Der
Ölpreis wurde seit Anfang Mai von mehreren Faktoren nach oben getrieben. Die
Benzinlagerbestände in den USA lagen zu Beginn der Reisesaison weiterhin
deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Hinzu kam, dass
aufgrund von Anschlägen auf Ölförderanlagen in Nigeria die Ölförderung dort
zurückgefahren werden musste. Für die Einpreisung von Risikoaufschlägen
sorgte darüber hinaus das US-Klimaforschungsinstitut NOAA mit seiner
Prognose einer überdurchschnittlichen Hurrikansaison 2007 im Golf von
Mexiko. Der Ölpreis der Sorte WTI stieg daraufhin auf 70,68 USD je Barrel.
Im Rentenbereich war das 2. Quartal 2007 enttäuschend. Staatsanleihen mit
langer Laufzeit mussten starke Verluste hinnehmen. Der Durchschnitt der
Euro-Anleihen mit mehr als 10 Jahren Restlaufzeit hat im Laufe des Jahres
bereits mehr als 5 % an Wert verloren. Positive Performance konnten alleine
High-Yield Anleihen aufweisen, deren Wert durch die hohen Kupons weniger von
der Zinskurve abhängt.
Allmähliche Belebung der wirtschaftlichen Aktivität in den USA
Nach der zweiten Schätzung hat das Wirtschaftswachstum im 1. Quartal
annualisiert nur um 0,6 % zugenommen. Ausschlaggebend für die
Abwärtsrevision war zum einen der Abbau der Lagerbestände anstatt des
ursprünglich gemeldeten Aufbaus. Hinzu kam, dass die Exporte etwas
nachgaben, während die Importe anzogen, sodass der Außenbeitrag spürbar
sank. Der private Verbrauch und die Unternehmensinvestitionen konnten zwar
leicht zulegen, die Wohnungsbauinvestitionen gingen jedoch nochmals stark
zurück. Jüngste Indikatoren deuten aber bereits auf ein Anziehen der
Indikatoren hin. Die Einkaufsmanager erwarten einen weiterhin kräftigen
Konsum, somit dürfte die Anpassung bei der Lagerhaltung weitgehend
abgeschlossen sein. Auch mehren sich die Hinweise darauf, dass die
Investitionstätigkeit an Fahrt gewinnt. Die Beschäftigung expandiert zwar
deutlich langsamer als im vergangenen Jahr, die Arbeitslosenquote ist aber
mit 4,5 % im Mai nach wie vor niedrig. Was die Entwicklung der Kerninflation
angeht, zeichnet sich eine leichte Aufhellung des Inflationsausblicks ab. In
der Abgrenzung ohne Lebensmittel und Energie sind die Verbraucherpreise im
Mai lediglich um 2,2 % auf Jahresbasis und damit etwas langsamer als
erwartet gestiegen. Wichtig dabei ist, dass die preistreibenden
Wohnungskosten weiter an Kraft verlieren.
Japan: Schlägt der japanische Konsument zu?
In den vergangen Monaten hat sich die stetige Expansion der japanischen
Wirtschaft fortgesetzt. Das Wirtschaftswachstum im 1. Quartal 2007 fiel
deutlich höher aus als erwartet, derzeit wird von einem annualisierten Wert
von 3,3 % ausgegangen. Die günstigen wirtschaftlichen Bedingungen wirken
sich auch auf die Unternehmen aus, welche ihre Gewinne im Jahresvergleich
deutlich steigern konnten. Auch die Situation am Arbeitsmarkt hat sich
weiter verbessert, wobei die Arbeitslosenrate von 3,8 % den niedrigsten Wert
seit 1998 darstellt. Die erwartete Erhöhung der Löhne ist jedoch bisher
ausgeblieben, wodurch auch der Anstieg der privaten Konsumausgaben verhalten
ausfiel. Auch ist seitens der Industrieproduktion und der Auftragseingänge
für Maschinen zurzeit ein Rückgang festzustellen, sodass ein schwächeres
Wachstum der japanischen Wirtschaft im nächsten Quartal erwartet wird.
Boomende Konjunktur in Euroland erhöht Inflationsrisiken
Grafik: Kursentwicklung diverser Anlagekategorien seit Jahresbeginn 2007
(Quelle: Gutmann Portfolio Management)
http://www.gutmann.at/uploads/pics/Grafik1_2007Q2_01.gif
Die Europäische Zentralbank hat am 6. Juni ihren Leitzins erneut von 3,75
auf 4,00 % angehoben. Grund dafür ist die weiterhin boomende Konjunktur im
Euroraum. Die Einzelhandelsumsätze konnten sich weiter erholen, die
Arbeitslosenrate ist mit 7,1 % abermals auf ein Rekordtief gefallen und die
Löhne und Gehälter steigen spürbar. Damit wird auch der Konsum mehr und mehr
zur Wachstumsstütze. Aufgrund der zuletzt veröffentlichten
Stimmungsindikatoren sollte der Ausblick erfreulich bleiben. Die EZB hat die
Prognosen für das Wirtschaftswachstum für dieses Jahr erneut nach oben
revidiert und rechnet 2007 mit 2,6 % Wachstum. Vergangenen März ging die EZB
noch von 2,5 % aus. Der starke Aufschwung ist aber eine Gefahr für die
Preisstabilität, die die EZB bei einer Inflation von knapp unter 2 % gewahrt
sieht. Im Mai blieb die Teuerungsrate moderat bei 1,9 %, doch den Prognosen
der Notenbank zufolge wird die Inflation im kommenden Jahr über ihrem Ziel
liegen. Tatsächlich haben sich die Aufwärtsrisiken mit dem anziehenden
Ölpreis und den steigenden Löhnen in den letzten Wochen verstärkt.
Ausblick - Positionierung
Grafik: Entwicklung der Vermögensverwaltungsdachfonds seit
Jahresbeginn 2007 (Quelle: Gutmann Portfolio Management)
http://www.gutmann.at/uploads/pics/Grafik2_2007Q2_01.gif
Die Weltkonjunktur wächst voraussichtlich auch in diesem Jahr mit einer Rate
von annähernd 5 %. Kräftige Impulse erhält die Wirtschaft in den Industrie-
ländern weiterhin von dem starken Produktionsanstieg in den Entwicklungs-
und Schwellenländern. Nach den überwiegend guten Wirtschaftsdaten der
letzten Wochen befürchten jetzt einige Investoren, dass die US-Notenbank
ihren Leitzins nicht senkt, sondern erhöht und die EZB ihn im kommenden Jahr
weiter anhebt. Zu dieser deutlich restriktiven Ausrichtung dürfte es jedoch
unserer Ansicht nach nicht kommen.
Im Euroraum bleibt die Konjunktur im weiteren Verlauf dieses Jahres und im
Jahr 2008 zwar weiter aufwärts gerichtet, die EZB reduzierte aber ihre
Wachstumserwartungen für das kommende Jahr um 0,1 Prozentpunkte auf 2,3 %.
Höhere Zinsen gelten als Konjunkturbremse, und die Notenbank muss aufpassen,
dass sie die Zinsen nicht zu schnell anhebt. Französische Spitzenpolitiker
und einige Ökonomen werfen den Europäischen Währungshütern vor, durch einen
zu restriktiven Kurs die Konjunktur zu belasten. Zinserhöhungen zeigen ihre
Wirkung auf die Wirtschaft erst mit einer Verzögerung von etwa zwölf
Monaten. Die ersten Signale einer Abschwächung vor allem an den
Immobilienmärkten und bei der Immobilienkreditvergabe sind bereits
erkennbar. Die meisten Volkswirte rechnen 2007 noch mit zwei Zinserhöhungen
im September und Dezember auf dann 4,5 %. Zinserhöhungen darüber hinaus
würden eine deutliche Eintrübung der Wachstumsperspektiven für 2008
bedeuten. Es gibt aber von der EZB bereits versteckte Hinweise darauf, dass
der Straffungszyklus dann vorbei ist.
Auch in den USA dürfte die konjunkturelle Dynamik in der zweiten
Jahreshälfte trotz weiterhin bestehender Abwärtsrisiken im Immobiliensektor
wieder anziehen. Die dämpfenden Wirkungen auf die wirtschaftliche Aktivität
durch den Einbruch der Baukonjunktur sollten allmählich abnehmen. Jüngste
Indikatoren deuten auf eine Zunahme der Unternehmensinvestitionen und der
Produktionstätigkeit, und die Exporte dürften vom schwächeren USD
profitieren. Zusammen mit der anhaltenden Stärke am Arbeitsmarkt haben sich
die Inflationssorgen der US-Notenbank verstärkt. Eine Wiederaufnahme der
Zinserhöhungen halten wir aber für unwahrscheinlich. Der private Konsum,
Hauptstütze der US-Konjunktur, hat seit Jahresbeginn merklich an Schwung
verloren, und wir erwarten für das zweite Halbjahr vorerst nur ein moderates
Wachstum. Für den restlichen Jahresverlauf rechnen wir weiterhin mit
konstanten Leitzinsen. Für die Prognose eines Aufschwungs gibt es neben der
Unsicherheit bezüglich der Entwicklung an den Immobilienmärkten noch weitere
Risiken. Derzeit gewinnen in Washington politische Kräfte Auftrieb, die eine
Reihe von protektionistischen Maßnahmen fordern. Diese würden die Kaufkraft
der US-Bürger schmälern, die von preisgünstigen Produkten aus Asien
profitieren.
Nach den positiven Überraschungen bei den Unternehmensgewinnen im
vergangenen Quartal haben die Analysten ihre Gewinnerwartungen nach oben
angepasst. Vor allem für die USA wurden die IBES-Gewinnschätzungen nach
Monaten mit vorsichtigen Schätzungen im Mai und im Juni deutlich nach oben
revidiert. Für den S&P500 wird für das Jahr 2007 eine Zunahme der
Unternehmensgewinne von 7,6 % erwartet, für 2008 bereits 11,3 %. Auch für
den DJ Stoxx50 sind die Prognosen weiter optimistisch. Für das laufende
Jahr wird ein Gewinnwachstum von 6,9 % und für das Jahr 2008 eines von 8,3 %
erwartet. Durch die gute Entwicklung der Aktienmärkte haben sich die
Bewertungen im Vergleich zum letzten Quartal etwas erhöht, es sind aber
noch keine Übertreibungen zu beobachten. Aufgrund der erwarteten Gewinne für
das Jahr 2007 ergibt sich für die USA ein KGV von etwa 16, für den
europäischen Aktienmarkt von ungefähr 13.
Vor dem Hintergrund geringer monetärer Impulse seitens der
Wirtschaftspolitik hat sich das Risiko einer Konsolidierungsphase in den
nächsten Monaten erhöht. Neue Höchstkurse werden mit dem Ausbleiben von
Zinssenkungen durch die US-Notenbank unwahrscheinlicher. Mittelfristig
bleibt unser Ausblick für die internationalen Aktienmärkte auf Grund nach
wie vor günstiger Bewertungen und der anhaltenden Übernahmefantasie aber
weiterhin optimistisch.
Angesichts der kontinuierlichen Erholung in den USA haben wir in der
Berichtsperiode die starke Untergewichtung bei amerikanischen Aktien
reduziert. Die neutrale Gewichtung bei europäischen Aktien haben wir
beibehalten. Unter den Emerging Markets halten wir Asien für die
interessanteste Region, weshalb wir diese Anlageklasse weiter erhöht haben.
Osteuropa erscheint uns ebenfalls weiter attraktiv. In Japan haben wir
unser Engagement weiter reduziert.
Der Ausblick für das Wachstum in Europa gibt wenig Anlass zur Hoffnung, die
Rentenmärkte könnten sich bald von den starken Verlusten der ersten
Jahreshälfte erholen. Die EZB macht immer wieder ihren starken Willen zur
Bekämpfung der Inflation klar. Die zwei weiteren Zinsschritte bis
Jahresende, die einem Leitzinssatz von 4,5 % entsprechen, sind zum größten
Teil schon in den Rentenmärkten eingepreist. Durchbrochen kann dieses
Szenario nur von überraschenden, schlechten Wirtschaftsdaten aus Europa
werden. US-Treasuries dürften weiterhin eine bessere Performance aufweisen
als ihre Pendants aus Euroland. Emerging Markets sollten trotz niedriger
Risikoaufschläge (Spreads) den Staatsanleihen-Sektor wieder outperformen.
Gutmann Real Assets Portfolio - Rohstoffe und Immobilien
Die Volatilität an den Aktienmärkten im Februar dieses Jahres hat wieder
einmal gezeigt, wie wichtig ein gut gestreutes Portfolio für den
Anlageerfolg ist. Durch die immer stärkere Verflechtung der Weltwirtschaft
ist die Verteilung der Mittel auf die traditionellen Anlageklassen in
verschiedenen Ländern nicht mehr so effektiv, wie es einmal der Fall war.
Anleger benötigen daher alternative Anlageformen, die sich durch eine
niedrige Korrelation zu klassischen Veranlagungen auszeichnen.
Das Gutmann Real Assets Portfolio ist ein Dachfonds, der durch Kombination
der beiden Assetklassen Rohstoffe und Immobilien eine sehr breite Streuung
erreicht und sich besonders zur Beimischung in ein traditionelles Portfolio
eignet. Mit diesem Fonds lässt sich das Wertschwankungsrisiko verringern und
die Performance stabilisieren.
Rohstoffe werden weiter steigen
Rohstoffe sind besonders deshalb interessant, weil das anhaltende
Weltwirtschaftswachstum die Nachfrage stark beflügelt. Der zusehends
wachsende Rohstoffbedarf in aufstrebenden Ländern wie China und Indien
trifft auf die begrenzte Verfügbarkeit der Commodities. Bei einigen
Rohstoffen wie zum Beispiel bei Gold und bei Öl gibt es nur geringe
Neu-Ressourcen. Zudem liegen zahlreiche Ölvorkommen in politisch instabilen
Regionen, was zusammen mit der Unsicherheit über den Zeithorizont der
Reserven für eine zunehmende Versorgungsunsicherheit und für einen starken
Anstieg der Preise sorgt.
Megatrend Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien werden wichtiger für die weltweite Versorgung.
Zahlreiche Regierungen haben Programme zur Förderung von erneuerbaren
Energien angekündigt. In China sollen bis 2010 4,5 Milliarden Euro in den
Ausbau von Windenergie investiert werden. Auch die Europäische Union hat auf
dem jüngsten Gipfel in Brüssel beschlossen, den Anteil der erneuerbaren
Energien bis 2020 auf 20 % des gesamten Energieverbrauchs zu erhöhen.
Grafik: Der Rohstoffanteil des Gutmann Real Assets Portfolio deckt folgende
Bereiche ab:
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Fortsetzung der Aufschwungphase für Immobilien
Auch die Immobilienmärkte profitieren von der weiterhin kräftigen
Weltkonjunktur. Robuste Wirtschaftsdaten, historisch vergleichsweise
niedrige Zinsen und hohe Liquidität treiben das Wachstum der
Immobilienbranche an. Nach Schätzungen des Beratungsunternehmens Jones Lang
LaSalle lag das Investitionsvolumen im Jahr 2006 weltweit bei etwa 600
Milliarden Euro und war damit doppelt so hoch wie im Jahr 2003. Auch für das
Jahr 2007 bleiben die Aussichten positiv.
Grafik: Anlagespektrum des Immobilienteils des Gutmann Real Assets
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Nutzung von Marktchancen
Nach dem Top-Down-Prinzip werden die makroökonomischen Faktoren der
Rohstoff- und Immobilienmärkte untersucht und eingeschätzt. Das Gutmann Real
Assets Portfolio ist ein breit diversifiziertes, aktiv gemanagtes Portfolio.
Die neutrale Anlagestrategie sieht eine Gewichtung der Rohstoffe und
Immobilien zu je 50 % vor, flexible Bandbreiten von 0 %-100 % der
Anlageklassen ermöglichen aber Wertzuwächse in allen Marktphasen. Das
Währungsrisiko wird zum überwiegenden Teil gehedgt.
Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert. Für deren Richtigkeit und
Vollständigkeit sowie für das Eintreten von Prognosen wird jedoch keine
Gewähr übernommen und jede Haftung ausgeschlossen.
© Bank Gutmann Aktiengesellschaft,
Schwarzenbergplatz 16,
1010 Wien,
Österreich,
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Rückfragen:
Mag. Friedrich Strasser,
Vorstand der Gutmann Kapitalanlageaktiengesellschaft
Tel.: +43-1-502 20-216, friedrich.strasser@gutmann.at
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Tel.: +43-1-505 26 25, skoff@skills.at
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