Ausblick für Rohstoffe bis Jahresende verhalten
In den letzten Wochen haben an den Rohstoffmärkten die schlechten
Konjunkturaussichten den Ton abgegeben. Der starke Preisrückgang fand auf
breiter Basis statt, besonders deutlich waren die Korrekturen aber bei
einigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen und am Ölmarkt. Taktische
Investoren wie Hedgefonds und CTAs haben ihr Rohstoffengagement weiter
reduziert, und die Netto-Long-Positionen in den US-Märkten fielen auf den
tiefsten Stand seit Oktober 2007. Die Risikoreduktion reflektiert in erster
Linie die Erwartungen einer schwächeren Rohstoffnachfrage in Folge der
globalen Wachstumsabschwächung. Hinzu kommt die Unsicherheit über die
Auswirkungen einer stärkeren Regulierung der Rohstoffmärkte, die jüngst von
Politikern gefordert wurde, um die Spekulationen einzudämmen.
Grafik: Kursentwicklung der einzelnen Rohstoffsektoren seit Jahresanfang
(Quelle: Bloomberg)
Während die Verkaufswelle die Preise in einigen Segmenten bereits auf
fundamental gerechtfertigte Niveaus drückte, dürfte bei anderen Rohstoffen
noch Platz nach unten sein. Sowohl die Internationale Energie Agentur (IEA)
als auch die OPEC erwarten, dass die Nachfragesteigerung bei Rohöl in den
nächsten beiden Jahren schwächer als in der Vergangenheit ausfallen wird.
Die bislang robuste Nachfrage aus den Schwellenländern dürfte durch die
rückläufigen Ölpreis-Subventionen gedämpft werden, und wir halten weitere
Abwärtsrevisionen der globalen Ölnachfrage für wahrscheinlich. Unterstützung
für den Ölmarkt bietet das begrenzte Angebot der Nicht-OPEC-Staaten. In den
kommenden Wochen rechnen wir mit einer anhaltend hohen Schwankungsbreite des
Ölpreises zwischen 115 und 135 USD pro Fass.
Auch bei den Industriemetallen, vor allem bei Kupfer, Aluminium und Blei,
ist kurzfristig Potenzial für weitere Kursverluste vorhanden. Mittelfristig
stellt der Mix aus angebotsseitigen Problemen und niedrigen Lagerbeständen
aber eher ein Aufwärtsrisiko für die mittelfristige Preisentwicklung dar.
Im Umfeld der globalen Konjunkturabschwächung dürften die Edelmetallmärkte
den allgemeinen Rohstoffsektor outperformen. Vor allem Platin erhält durch
die angespannte Angebotssituation in Südafrika weiterhin starke
Unterstützung.
Die Getreidepreise werden unter dem Einfluss der verbesserten
Wetterbedingungen im mittleren Westen der USA und dem traditionellen
saisonalen Erntedruck im dritten Quartal weiter unter Druck bleiben.
Abgesehen von der kurzfristigen Schwäche bleiben die positiven fundamentalen
Rahmenbedingungen durch die veränderten Essgewohnheiten in den
Schwellenländern und den steigenden Biospritverbrauch intakt.
Für eine Fortsetzung der Rohstoffrallye und Kussteigerungen im Ausmaß der
letzten Jahre ist unseres Erachtens aber eine nachhaltige Verbesserung des
globale Wachstumsausblicks notwendig, und damit rechnen wir erst ab dem Jahr
2009. Zwischenzeitlich bleiben wir im Rohstoffbereich konservativ
aufgestellt und haben unser Engagement im Hedgefondsbereich erhöht.
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