Keine Rezession in den USA
Die internationalen Aktienmärkte wurden im November von den zunehmenden
Ängsten der Anleger vor einer Rezession in den USA belastet. Nach dem
unerwartet starken Wirtschaftswachstum von 4,8 Prozent im dritten Quartal
2007 deuten die aktuellen Konjunkturindikatoren nun auf die prognostizierte
Abschwächung im laufenden und im kommenden Quartal hin. Die
Industrieproduktion ist im Oktober um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat
gefallen, der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe näherte
sich der Expansionsgrenze von 50 Punkten, und das Verbrauchervertrauen zeigt
mit dem vierten Rückgang in Folge die bescheidene Stimmung bei den privaten
Haushalten. Aufgrund der Fortsetzung der Turbulenzen an den Immobilien- und
Finanzmärkten senkte die US-Notenbank ihre Wachstumsprognose für 2008 von
2,5 bis 2,75 auf 1,8 bis 2,5 Prozent.
Die wesentliche Triebkraft der US-Wirtschaft ist aber der private Konsum,
und bislang gibt es wenig Anzeichen dafür, dass die negativen Entwicklungen
im Wohnungsbau die Verbraucher sonderlich belasten. Die Einzelhandelsumsätze
starteten mit einem Plus von 0,2 Prozent im Oktober relativ gut ins vierte
Quartal, und auch das Weihnachtsgeschäft scheint besser zu laufen als
erwartet. Gestützt wird der private Konsum durch den soliden Arbeitsmarkt
und die steigenden Einkommen. Auch wenn der tendenzielle Anstieg der
Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung Anzeichen für eine Abschwächung
liefert, stagnierte die Arbeitslosenquote im Oktober bei 4,7 Prozent, und
die Anzahl der Beschäftigten stieg knapp doppelt so stark wie erwartet.
Grafik: Entwicklung der neu geschaffenen Stellen außerhalb der
Landwirtschaft und der durchschnittlichen Stundenlöhne (Quelle: Bloomberg)
Demgegenüber haben die Risiken für die Unternehmensgewinne deutlich
zugenommen. Wie Berechnungen von Thomson Financial zeigen, ist das
Gewinnwachstum der S&P500-Unternehmen im dritten Quartal 2007 auf -3,2
Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gefallen. Die aktuelle
Berichtssaison ist damit die erste seit fünf Jahren, in der die Gewinne
zurückgehen. Vor allem die Gewinneinbrüche im Bankensektor trugen dazu bei,
dass die Quartalsberichte der Unternehmen durchschnittlich 1,2 Prozent unter
den Erwartungen der Analysten veröffentlicht wurden. Die Straffung der
Kreditvergabestandards könnte zusätzlichen Druck auf die
Unternehmensinvestitionen ausüben. Bislang zeigen die Indikatoren, die
Aufschluss über die Investitionstätigkeit der Unternehmen geben, einen
gedämpften Start ins vierte Quartal. Eine signifikante Abschwächung und ein
Übergreifen auf den Arbeitsmarkt und das Einkommenswachstum würden die
Abwärtsrisiken für die US-Wirtschaft deutlich erhöhen. Einen Einbruch am
US-Arbeitsmarkt und ein negatives Wirtschaftswachstum erwarten wir dennoch
nicht, eine deutliche Wachstumsverlangsamung erscheint aber immer
wahrscheinlicher.
© Bank Gutmann Aktiengesellschaft
Schwarzenbergplatz 16
1010 Wien, Österreich
Tel.: +43-1-502 20-0
http://www.gutmann.at
Rückfragen:
Mag. Friedrich Strasser
Vorstand der Gutmann Kapitalanlageaktiengesellschaft
Tel.: +43-1-502 20-216,
friedrich.strasser@gutmann.at
http://www.gutmannfonds.at
Renate Skoff, The Skills Group
Tel. +43-1-505 26 25,
skoff@skills.at
http://www.skills.at
Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert. Für deren Richtigkeit und
Vollständigkeit sowie für das Eintreten von Prognosen wird jedoch keine
Gewähr übernommen und jede Haftung ausgeschlossen. Die Anlage in
Investmentfonds ist Marktrisiken unterworfen. Performanceergebnisse der
Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines
Investmentfonds zu. Ausgabe- und Rücknahmespesen werden in den
Performancedaten nicht mitberücksichtigt. Der veröffentlichte Vereinfachte
und Vollständige Prospekt genannter Fonds in der aktuellen Fassung im Sinne
§ 6 InvFG stehen den Interessenten bei der Gutmann
Kapitalanlageaktiengesellschaft und der Bank Gutmann AG, beide
Schwarzenbergplatz 16, 1010 Wien, Österreich kostenlos zur Verfügung.