Gutmann Investment Mail Juni 2007
Immobilien – Bei Differenzierung und Selektion weiterhin interessant

Das Interesse an Veranlagungen im Immobilienbereich ist in den letzten Jahren rasant angestiegen. Die Nachfrage nach direkten Investitionen in Immobilien, Immobilien- und Immobilienaktienfonds, Unternehmen im Immobilienbereich sowie Real Estate-Investment-Trusts (REITs) ist weiterhin sehr stark.

Leider sind Immobilien in den letzten Monaten immer wieder durch negative Schlagzeilen aufgefallen. Beispiele dafür sind die Blase bei Wohnimmobilien in den USA und die damit verbundene Subprime Lending-Problematik oder der Kurssturz von spanischen Immobilien. Doch was steckt dahinter, und sind Immobilien auch weiterhin interessant?

Immobilien können generell nicht über einen Kamm geschoren werden, dazu sind die verschieden Subsektoren zu unterschiedlich. Und nach wie vor gilt die Devise: Lage, Lage, Lage. Der Standort ist auf jeden Fall ausschlaggebend.

Europa

Die Preise für Wohnimmobilien sind insbesondere in Spanien, Frankreich und Italien in den letzten Jahren stark angestiegen, sodass in diesem Bereich durchaus von einer Überhitzung gesprochen werden kann. Gründe für den starken Preisanstieg sind unter anderem ein höheres verfügbares Realeinkommen, ein Rückgang der Realzinsen, ein starker Bevölkerungszuwachs und ein Rückgang der Bewohner pro Appartement. Die nun deutlich gestiegenen Zinsen lassen ein Ende des Immobilienbooms befürchten, bei den Baubewilligungen sind bereits rückläufige Zahlen zu beobachten. Eine weiterhin hohe Zuwanderung und der Trend zu Haushalten mit geringer Personenanzahl sowie ein robustes Wirtschaftswachstum und sinkende Arbeitslosenraten sprechen allerdings eher für eine moderate Abkühlung als einen plötzlichen Einbruch des Immobilienbooms.

In Deutschland blieb diese Entwicklung hinter den europäischen Nachbarn zurück. Aufgrund anderer struktureller Rahmenbedingungen sollte kein drastischer Aufholprozess bei Wohnimmobilien zu erwarten sein, mit einem weiterhin moderaten Preisanstieg ist jedoch zu rechnen.

Bei europäischen Büroimmobilien ist derzeit aufgrund der starken Nachfrage von lokalen und internationalen Investoren mit einem weiteren Rückgang der Anfangsrendite zu rechnen. Jedoch ist, besonders in Spitzenlagen, ein Ansteigen der Mieten zu verzeichnen. Allerdings muss dabei beachtet werden, dass in zahlreichen europäischen Städten bereits ein Überangebot an Bürofläche vorhanden ist. Darüber hinaus sind in den nächsten Jahren zahlreiche weitere Projekte geplant, die zu einer Ausweitung des Office-Space führen werden. Stabile Renditen versprechen hier Büros in absoluten Toplagen, wie zum Beispiel im Londoner Westend, wo nach wie vor eine starke Nachfrage zu beobachten ist.

Nordamerika

In Amerika sorgte besonders die Überhitzung im privaten Häusermarkt für Schlagzeilen. In manchen Regionen sind die Preise für Einfamilienhäuser drastisch angestiegen. Allerdings ist hier festzuhalten, dass es sich dabei nicht um einen Sektor handelt, in den europäische Investoren einsteigen. Der durch die Schwäche im privaten Immobilienbereich ausgelöste Wachstumsrückgang wirkt sich jedoch auf die gesamte Wirtschaftsleistung der USA aus. Wir gehen jedoch nicht von einem dramatischen Einbruch dieses Teilbereiches, sondern von einer moderaten Abschwächung aus.

Als weiterhin sehr interessant sehen wir hingegen die Entwicklung von Büroimmobilien in erstklassiger Lage in den Metropolen der USA. Auch Einzelhandelsimmobilien dürften sich nach den schwachen Ergebnissen im letzten Jahr wieder gut entwickeln.

Asien

In Asien sind die Aussichten derzeit besonders günstig. Im Bereich Büroimmobilien wirken sich große Nachfrage, geringe Leerstandsraten und die Tatsache, dass ein zusätzliches Angebot erst in ein bis drei Jahren auf den Markt kommt, positiv auf die Immobilienpreise und Mieten aus.

Zwei Länder sind in der Region besonders hervorzuheben: Japan und Singapur. Im Land der aufgehenden Sonne steigen die Immobilien- und Landpreise erstmals seit über 15 Jahren wieder an. Dies stimmt Investoren zusätzlich optimistisch. Darüber hinaus dürfte sich Singapur nun, was den Immobilienbereich betrifft, endgültig zu einer Weltstadt entwickelt haben und spielt mit New York, Hongkong, Tokio und London in punkto Nachfrage und Bewertung in einer Liga.

Abschließend ist festzuhalten, dass in einigen Bereichen des Immobiliensegments eine Überhitzung des Marktes zu beobachten ist. Wir weisen aber nochmals darauf hin, dass diese Asset-Klasse bzw. ihre Subsegmente und geografischen Unterschiede sehr differenziert zu betrachten sind. Es gibt noch zahlreiche Bereiche und Regionen, die aufgrund guter Fundamentaldaten und einer gesunden Nachfrage auch weiterhin interessant sind. Eine breite Diversifizierung im Immobilienbereich ist daher zu bevorzugen, wie sie etwa das Gutmann Real Asset-Portfolio bietet.

Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert. Für deren Richtigkeit und Vollständigkeit sowie für das Eintreten von Prognosen wird jedoch keine Gewähr übernommen und jede Haftung ausgeschlossen.

© Bank Gutmann Aktiengesellschaft, Schwarzenbergplatz 16, 1010 Wien, Österreich, Tel.: +43-1-502 20-0, http://www.gutmann.at

Rückfragen:

Mag. Friedrich Strasser,
Vorstand der Gutmann Kapitalanlageaktiengesellschaft
Tel.: +43-1-502 20-216, friedrich.strasser@gutmann.at
http://www.gutmann.at

Renate Skoff, The Skills Group
Tel.: +43-1-505 26 25, skoff@skills.at