Ägypten feiert Henrik Ibsen: Peer Gynt vor den Pyramiden von Gizeh

Wien/Kairo, 17. Oktober 2006 ­ Vor der spektakulären Kulisse der Pyramiden von Gizeh wird am 26. und 27. Oktober 2006 das weltbekannte Bühnenstück Peer Gynt von Henrik Ibsen aufgeführt. Die Inszenierung ist die größte Veranstaltung im Rahmen des internationalen Ibsen-Jahres. Sie bildet das Finale der Feiern zum 100. Todestag des berühmten norwegischen Dramatikers.

Für Ägypten ist die Aufführung eines der wichtigsten kulturellen Ereignisse des Jahres: Mehr als 5.000 internationale Gäste werden zu dem Ereignis in der ägyptischen Hauptstadt erwartet. Veranstalter des Events sind "Ibsen 2006" und das Ägyptische Fremdenverkehrsamt. Ahmed El-Khadem, Vorsitzender der Ägyptischen Tourismusbehörde, unterstreicht die Bedeutung des Kultur-Highlights: "Es ehrt uns sehr, dass dieses bedeutende Kulturereignis als Finale des weltweiten Ibsen-Jahres in Kairo stattfindet. Durch das Engagement von Schauspielern und Musikern aus Norwegen und Ägypten wird daraus eine einzigartige Zusammenarbeit zweier Nationen."

Mit dem Ibsen-Jahr 2006 werden die Person und das Lebenswerk des norwegischen Schriftstellers in 78 Ländern gewürdigt. Die Werke von Henrik Ibsen (1828-1906), der als Vater des modernen Dramas gilt, werden ebenso häufig gelesen und aufgeführt wie Shakespeares Stücke. Das tiefgründige poetische Drama Peer Gynt gilt als eines der bekanntesten Werke Ibsens. Es wurde im Jahre 1867 geschrieben und erzählt das Leben Peer Gynts. Die Erfahrungen, die dieser bei seinen Reisen durch die arabische Welt sammelt, werden bei der Aufführung in Gizeh mit ihrem dramatischen Höhepunkt am Fuße der Sphinx besonders in den Mittelpunkt gerückt. "Es ist mehr als angemessen, dass Peer Gynt als eines der größten Werke Ibsens vor dem Hintergrund der Sphinx aufgeführt wird", so Ahmed El-Khadem.

Die Regie führt Bentein Baardson, der bereits die Eröffnung der Olympischen Winterspiele von Lillehammer 1994 in Szene setzte. Die Hauptrollen sind mit den norwegischen Schauspielern Bjarte Hjelmeland und Lise Fjeldstad besetzt, die von der Kairoer Oper samt Opernchor, Symphonieorchester und Tänzern sowie von Sängern der Norwegischen Nationaloper begleitet werden. Auch Regisseur Baardson ist begeistert von dem eindrucksvollen Schauplatz des Stücks: "Ich habe einmal gehört, wenn das Wort 'mystisch' in einen Stein übersetzt werden könnte, würde die Sphinx dabei herauskommen."

Tickets können zum Preis von 350 LE (49 Euro) direkt beim Opernhaus Kairo bestellt werden, unter der Telefonnummer (+2) 02 7398114. Der Erlös kommt dem Wohltätigkeitsprojekt "53753" zugute, einem ägyptischen Krankenhaus, das krebskranke Kinder behandelt.

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