Inhalt:
.03.07.2012:
Gutmann Portfolio Management Bericht 2. Quartal 2012
- Kurz gefasst
- Rückblick 2. Quartal 2012
- Ausblick - Positionierung
Kurz gefasst
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- In der Eurozone stehen die Zeichen weiterhin auf Abschwung. Gerade die Peripherieländer bräuchten jedoch Wachstum, um ihre Reformbemühungen besser vorantreiben zu können. Im Juni wurde daher ein Konjunkturpaket beschlossen, mit dem der nötige Stimulus erzielt werden soll.
- Auch in den USA hat sich der Ausblick eingetrübt, wenngleich die Wirtschaft weiterhin positive Wachstumsraten aufweisen sollte. Der Arbeitsmarkt schwächelte zuletzt, dennoch besteht Grund zur Annahme, dass es sich dabei nur um eine vorübergehende Phase handelt. Die kommenden Monate sollten wieder höhere Stellenzuwächse mit sich bringen. Der Konsument spürt immerhin Erleichterung durch einen deutlich niedrigeren Rohölpreis; somit könnte der Konsum den entscheidenden Beitrag zu einer positiven Entwicklung leisten.
- Immer wieder wird verlangt, dass die Notenbank aggressiver gegen die Krise vorgeht. Bei der Juni-Sitzung der Europäischen Zentralbank hat man sogar zugegeben, dass eine Senkung des Leitzinses diskutiert wurde. Wir gehen nicht davon aus, dass dies in absehbarer Zeit geschehen wird. Eine Reduktion des Zinses auf die Einlagefazilität von 0,25 Prozent auf 0 Prozent scheint dagegen eher wahrscheinlich.
Rückblick 2. Quartal 2012
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Griechenland, Spanien und die Konjunkturschwäche prägten das Bild
Einmal mehr stand Griechenland während des vergangenen Quartals im Fokus der Marktbeobachter. In diesem Fall war die Parlamentswahl der Auslöser. Am 6. Mai wählten die Griechen ein neues Parlament. Wie erwartet, kam es zu einer deutlichen Verschiebung der politischen Kräfte. Radikale Parteien sowohl am rechten wie auch am linken Flügel des Spektrums gewannen deutlich an Stimmen. Für Außenstehende war dieses Ergebnis besorgniserregend, da diese Parteien vor der Wahl mit EU-Kritik auf Stimmenfang gingen und dieses Konzept aufzugehen schien. Die Wahlsieger schafften es jedoch nicht, eine Regierung zu bilden, weshalb am 17. Juni neuerlich gewählt wurde. Diesmal mit einem Ergebnis, das bislang eher verspricht, im Bemühen um fiskalische Konsolidierung für Stabilität und Kontinuität zu sorgen.
Am anderen Ende der Eurozone haben sich die Spannungen währenddessen so verstärkt, dass Spanien für seine Banken um Hilfe bei der EU ansuchen musste. Mit den Spannungen einher gingen zahlreiche Downgrades der spanischen Banken, aber auch des Staates durch Moody´s. Die Rendite einer zehnjährigen spanischen Staatsanleihe stieg im Zuge dieser Ereignisse bis auf ca. 7,1 Prozent an und markierte somit den Rekordstand seit dem Eurobeitritt. Mittlerweile hat sich die Lage etwas beruhigt und die Renditedifferenz hat sich merklich verringert.
Diese Turbulenzen sorgten für eine anhaltende Flucht in Qualität. Bestes Beispiel dafür ist der Bund Future, der in der Anfang Juni erreichten Spitze bei über 146 Punkten lag - was einer Rendite auf 10 Jahre von unter 1,2 Prozent p. a. entspricht. Mittlerweile hat sich auch hier die Situation ein wenig entspannt, dennoch ist eine eingepreiste Rendite von etwa 1,5 Prozent als Krisenniveau zu bezeichnen. Ungeachtet der politischen Entscheidungen, die für sich genommen schon für Unruhe sorgten, hat sich die fundamentale Lage zusätzlich verschärft: Konjunkturvorlaufindikatoren haben sich weiter eingetrübt, mehrere Länder befinden sich weiterhin in einer Rezession und zu guter Letzt waren die Konsolidierungsbemühungen einiger Staaten nicht von dem erhofften Erfolg gekrönt.
Um zumindest die prekäre ökonomische Lage ein wenig zu entschärfen, entschieden die vier größten Staaten der Eurozone, ein Konjunkturpaket zu schnüren. Bislang wurde ein Volumen von EUR 130 Mrd. kommuniziert, wenngleich Details - etwa zur Finanzierung - noch nicht den Weg an die Öffentlichkeit gefunden haben.
Grafik 1: Performance der verschiedenen Anlageklasse 2. Quartal 2012 in EUR (bis 27.6.2012), Quelle: Bloomberg
http://www.gutmann.at/uploads/pics/Grafik1_2012Q2.gif
Ausblick - Positionierung
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Eurozone: Die Situation bleibt auf kurze Sicht schwierig
Das vor kurzem beschlossene Konjunkturpaket scheint dringend notwendig zu sein. Es zeichnete sich ja bereits in den vergangenen Monaten eine Verlangsamung der Konjunktur ab. Diese Entwicklung fand mittlerweile nicht nur in realen Zahlen ihren Niederschlag, sondern hält nach wie vor an. Große Länder wie Italien oder Spanien befinden sich in einer Rezession, was deren Reformvorhaben nicht gerade zuträglich ist. Selbst für Wachstumsprimus Deutschland hat sich der konjunkturelle Gegenwind verschärft. Dadurch war es auch sicher einfacher, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel von diesem gemeinsamen Schritt zu überzeugen. Schließlich sieht sich auch die deutsche Wirtschaft damit konfrontiert, dass ihre Unternehmen deutlich skeptischer in die Zukunft blicken und mehrere Umfrageergebnisse auf einen Abschwung hinweisen. Es sieht daher derzeit so aus, als würde das relativ gute erste Quartal mit einem Wachstum von 0,5 Prozent per Quartal noch das beste in diesem Jahr werden. Dennoch soll und muss dies nicht automatisch bedeuten, dass Deutschland in eine Rezession rutscht. Die aktuellen Zahlen legen jedoch den Schluss nahe, dass die Nullmarke bis Jahresende das Maß der Dinge sein wird - mit Bewegungen sowohl zu einer roten wie auch zu einer schwarzen Null.
Wie bereits erwähnt, gibt es Bestrebungen, fiskalisch gegenzusteuern. Aber trotz dieser positiven Entwicklung kann das Sentiment nicht sofort in Richtung Optimismus umschwenken. Damit sich der Zug in Richtung Wachstum in Gang setzen kann, sollte vorher auch noch der Finanzsektor sein Signal auf grün stellen. Hier gibt es nach wie vor Spannungen (hervorgerufen durch strengere Eigenkapitalvorschriften), Anlagevermögen, deren Ratings schlechter werden, und als letzte Konsequenz eine restriktivere Kreditvergabe. Derzeit ist die Nachfrage aber ohnehin nicht besonders hoch, insbesondere Unternehmenskredite zu Investitionszwecken werden weniger nachgefragt.
Die Hilferufe an die öffentliche Hand wurden offenbar erhört, die Europäische Zentralbank hingegen hält sich mit weiteren Maßnahmen vorerst noch zurück. Ein kleiner Schritt, um die Kreditversorgung zu verbessern, wurde jedoch Ende Juni mit der weiteren Lockerung der Regeln bezüglich der als Collateral in Frage kommenden Wertpapiere getan. Die Möglichkeit einer Zinssenkung wurde offenbar im Zuge der Juni-Sitzung der EZB diskutiert. Der Effekt dieses Schrittes scheint jedoch zumindest fraglich: Einen Leitzins unter 1 Prozent hat es seit Bestehen der Eurozone noch nie gegeben. Die Frage scheint zulässig, was an der gegenwärtigen Situation schlimmer ist als es z. B. kurz nach der Lehman-Krise der Fall war, um drastischere Schritte als damals zu rechtfertigen. Zugegebenermaßen lässt der Preisdruck seit einigen Monaten kontinuierlich nach, Anfang 2009 gab es jedoch mehrere Monate mit rückläufiger Inflation. Zudem liegen die Geldmarktsätze bis sechs Monate teilweise ohnehin deutlich unter dem Leitzins. Es ist daher fraglich, ob der Geldmarkt den niedrigeren Leitzins in vollem Umfang weitergibt, zumal die Einlagefazilität mit 25 Basispunkten, sofern sie unverändert bleibt, eine Untergrenze für die Geldmarktzinsen darstellt.
Eine Kompromisslösung könnte sein, dass nur die Einlagefazilität auf Null gesenkt wird. Dies könnte auch die Anreizstruktur dahingehend verändern, dass die kapitalstarken Banken, die primär dieses Instrument nutzen, vermehrt am Geldmarkt auftreten. Denn nach wie vor spielt die EZB hier eine bedeutende Rolle. Die beim Wochentender zugewiesene Summe nahm zuletzt deutlich zu und beträgt nun etwa EUR 180 Mrd. - um etwa EUR 100 Mrd. mehr als noch vor zwei Monaten.
USA: Weniger trübe Aussichten in den USA
Auch in den Vereinigten Staaten stellt sich der Ausblick längst nicht mehr so positiv dar wie etwa zu Beginn des Jahres. Zahlreiche Indikatoren haben in den vergangenen Monaten deutlich an Niveau eingebüßt. Zu den anhaltend stabilen Faktoren zählt der ISM-Index, der sich nach wie vor über der 50-Punkte-Marke hält. Wesentlichen Einfluss auf diese Entwicklung dürfte die Subkomponente Neuaufträge haben, die kontinuierlich zulegt und mittlerweile bei über 60 Punkten liegt.
Bedauerlicherweise zeigt der Arbeitsmarkt Schwächen: Während zu Jahresbeginn noch etwa 200.000 Stellen pro Monat geschaffen wurden, so waren es zuletzt weniger als 100.000 pro Monat. Unter anderen Umständen wäre der logische Schluss daraus, dass der private Konsum schwächer ausfallen wird. Da jedoch der Rohölpreis seit seinem letzten Hoch im Februar um mehr als 25 Prozent gefallen ist, könnte das daraus gewonnene verfügbare Einkommen bzw. die Entlastung für die Haushalte den Konsum zumindest stabilisieren. Weitere Entlastung sollte von Seiten der Notenbank kommen. Im Juni wurde nämlich beschlossen, den "operation twist" bis Jahresende zu verlängern. Demzufolge sollen USD 667 Mrd. vom kurzfristigen Bereich in den langfristigen Bereich umgeschichtet werden. Damit unternimmt die Notenbank weitere Anstrengungen, um die Zinskurve flacher zu gestalten und damit die Zinslast für die nach wie vor hoch verschuldeten Haushalte zu verringern. Auch das zielt letztlich natürlich darauf ab, den Konsum anzukurbeln.
Die kurzfristigen Aussichten sind also durchaus in Ordnung. Zwar wird es auch in den USA ein Wachstum deutlich unter Potenzial geben, dennoch sollten in diesem Jahr die Wachstumsraten durchwegs positiv bleiben. Spannend wird hingegen das kommende Jahr und die Frage, wie der nächste Präsident mit dem Schuldenthema umgeht. Schließlich ist dies entgegen mancher Wortmeldungen kein rein europäisches Thema.
Japan: Starke Binnennachfrage, Abschwächung erwartet
Nach dem starken Wirtschaftsanstieg im ersten Quartal zeigte die globale Schwäche zuletzt ihre Auswirkungen. Die Binnenkonjunktur läuft weiterhin sehr gut. Das ist vor allem auf die Investitionen in den Wiederaufbau nach dem Erdbeben im letzten Jahr zurückzuführen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass diese Ausgaben im Laufe des Jahres abnehmen werden.
Die im ersten Quartal beobachtete Abwertung des Japanischen Yen hat sich in den letzten Monaten wieder in die entgegengesetzte Richtung entwickelt. Dies wirkt sich negativ auf die großen exportierenden Unternehmen aus. Diese denken daher verstärkt darüber nach, ihre Produktionskapazitäten im Ausland auszuweiten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat auf die Überbewertung der Währung hingewiesen und sieht Interventionen am Währungsmarkt als adäquates Mittel zur Gegensteuerung.
Die Rating-Agentur Fitch hat im Mai die Kreditwürdigkeit Japans um eine Stufe auf A+ herabgestuft. Begründet wurde der Schritt mit dem hohen Verschuldungsgrad des Landes und den geringen Bemühungen, diesen einzudämmern. Nun hat Japan einen Schritt getan und nach langen Diskussionen wurde im Unterhaus des Parlaments beschlossen, die Mehrwertsteuer auf 10 Prozent zu verdoppeln.
Asien: Stabilität trotz leichter Wachstumsabschwächung gewährleistet
Die Weltbank beobachtet bei den asiatischen Ländern eine leichte Abschwächung des Wachstums. Aufgrund der Möglichkeiten, die auf fiskal- oder geldpolitischer Seite gesetzt werden können, sieht sie die Stabilität der Region jedoch gewährleistet.
Die viel diskutierte Abschwächung des chinesischen Wachstums dürfte in einem Wirtschaftswachstum von rund 8 Prozent resultieren. Dies ist zwar ein deutlicher Rückgang gegenüber den Zahlen der letzten Jahre, jedoch für die chinesische Regierung eine gewünschte Entwicklung. Zudem sollte mit dem zweiten Quartal auch schon die schwächste Periode hinter uns liegen. Es ist zu erwarten, dass China noch weitere Schritte im Hinblick auf Zinssenkungen unternehmen wird. Starke Eingriffe oder Reformen sind jedoch im Jahr vor dem Wechsel an der Regierungsspitze nicht zu erwarten.
Die schrittweise Liberalisierung des Renminbi hat sich weiter fortgesetzt. Zum einen wurde das Handelsband ausgeweitet, zum anderen wurde ein Abkommen geschlossen, das den direkten Handel zwischen dem chinesischen Yuan und dem japanischen Yen ermöglicht. Die Verhandlungen mit anderen asiatischen Ländern zur Erzielung ähnlicher Abkommen laufen.
Grafik 2: Werterhaltende Anlagestrategien (Quelle: Bank Gutmann)
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Die große Herausforderung, das uns anvertraute Vermögen unserer Kunden zu bewahren und vor Wertminderung und Inflation zu schützen, haben wir in den schwierigen Jahren seit der Lehman-Krise mehr als erfüllen können. Das gefühlte Chaos an den Märkten und in den Regierungen kompensieren wir mit nüchternem Asset Management. Der klar definierte und strukturierte Anlageprozess, der insbesondere Diversifikation fordert, hat sich einmal mehr bewährt und uns vor Fehlern bewahrt.
Geringes Wachstum - hohe Risiken
Das aktuelle makroökonomische Umfeld stellt für Investoren eine große Herausforderung dar. In Zeiten, in denen die Finanzmärkte nur geringe Erträge abwerfen und außerdem zunehmend unberechenbar werden, kommt der disziplinierten Asset Allokation und der Vermeidung von hohen Verlusten noch größere Bedeutung zu.
Für die aktive Steuerung der Aktienquote nutzen wir die Signale aus umfangreichen makro- und mikroökonomischen Analysen.
Grafik 3: (Quelle: Bank Gutmann)
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Gutmann Research Partner
Einen wichtigen Beitrag für die Einschätzung der Attraktivität der einzelnen Assetklassen liefern unsere externen Research Partner. Dabei handelt es sich um weltweit führende Anbieter von unabhängigen globalen Investmentanalysen wie Strategas, BCA (Bank Credit Analyst), GaveKal und Woody Brock von SED (Strategic Economic Decisions).
Während unsere Research Partner in dem vor allem von politischen Risiken dominierten Umfeld auch Chancen sehen, zeigen unsere Frühindikatoren zunehmend einen ungünstigen Ausblick an.
Unsere Gutmann Indikatoren
Gutmann aggregierter Produktionsindikator: Basis bilden die Zeitreihen zu den Auftragseingängen der Industrie. Sie haben den Vorteil, dass sie einerseits einen kurzen Vorlauf haben, und andererseits mit einer hohen Zuverlässigkeit die tatsächliche Produktion im Industriesektor abbilden.
Gutmann aggregierter Sentimentindikator: Basis sind Zeitreihen zu Umfragen aus diversen Segmenten. Jede dieser Zeitreihen hat sich in ihrem Segment bzw. dem jeweiligen Land durch besondere Zuverlässigkeit hervorgetan.
Gutmann aggregierter Einkaufsmanagerindex: Die Umfrage unter Einkaufsmanagern im Industriesegment hat einen zuverlässigen Vorlauf von etwa 3-4 Monaten auf die Realwirtschaft. Unser Indikator stellt somit sehr zeitnah, nämlich immer am Beginn jeden Monats, einen Richtungsweiser für die fundamentale Entwicklung der G7-Länder dar.
Bewertungen
Für die Bestätigung der Einschätzung der Aktienmärkte und zur Evaluierung von Über- und Untertreibungen nutzen wir die von Thomson Reuters / IBES ermittelten Gewinnschätzungen für die Aktienmärkte.
Der Markt erwartet für 2012 ein Gewinnwachstum von etwa 10 Prozent für Europa und von 13 Prozent für die USA. Innerhalb Europas wurden die Prognosen erwartungsgemäß für Spanien, Portugal und Griechenland am stärksten nach unten revidiert. Für den Stoxx 600 beträgt die Abwärtskorrektur im letzten Monat trotzdem nur 1,1 Prozent und für die letzten drei Monate 2,6 Prozent. Grund für die nur moderaten Abwärtsrevisionen war die im Rahmen der Erwartungen verlaufende Berichtssaison für das erste Quartal 2012.
Wenn man die erwarteten Unternehmensgewinne für 2012 zugrunde legt, ist der weltweite Aktienmarkt derzeit mit einem KGV von 11,9 bewertet und befindet sich damit weiterhin unter dem langjährigem Durchschnitt.
Die Anleger reagierten deutlich auf die sich verschlechternde politische Situation in der Eurozone: Geldveranlagungen und Anleihen profitierten von Zuflüssen dank ihres Status als "sicherer Hafen" und risikoreichere Assetklassen verzeichneten große Abflüsse. Vor allem die starke Beliebtheit deutscher Staatsanleihen ist vor dem Hintergrund des aktuellen Zinsniveaus erstaunlich und zeigt, dass die Anleger nach wie vor stark verunsichert sind. Setzen Entspannungstendenzen ein, sind diese "geparkten" Mittel der Treibstoff, der die risikoreicheren Assetklassen nach oben treibt.
Unsere Mischportfolios halten inzwischen leicht untergewichtete Aktienpositionen. Die Bewertungen sind derzeit attraktiv, die dividendenstarken Unternehmen, in die wir investieren, generieren einen erfreulichen Cashflow. Allerdings haben die Risiken für das Weltwirtschaftswachstum und die Ausdehnung der Euro-Krise in den letzten Wochen weiter zugenommen.
Auf regionaler Ebene halten wir in den europäischen und japanischen Märkten ein deutliches Untergewicht, in den US-Märkten bleiben wir leicht untergewichtet. Trotz der temporären Schwäche Chinas halten wir Asien und die Schwellenmärkte insgesamt für die attraktivsten Regionen und behalten unsere Übergewichtung bei.
Rentenveranlagung - Differenzierung in einem teuren Umfeld
Auf der Anleihenseite war das zweite Quartal 2012 von einer Rückkehr der Risikoaversion in der Folge des erneuten Aufflammens der Schuldenkrise gekennzeichnet. Insgesamt bedeutete das für die meisten Anleiheportfolios durchaus eine leicht positive Performance (nach dem schon sehr starken ersten Quartal), doch stammte die Performance diesmal nicht von einem breiten Rückgang der Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen, sondern vor allem von einem Rückgang der Renditen der zentraleuropäischen Staaten - allen voran Deutschland.
Im Fokus der Nachrichten stand wieder Griechenland mit zwei Parlamentswahlen, bei denen auf durchaus populistische Weise ein großes Thema angesprochen wurde: Wie viel Kompetenz kann an die Europäische Gemeinschaft abgegeben werden und wie verhält sich diese Verschiebung zur herkömmlichen nationalstaatlichen Demokratie? Nachdem die griechische Situation schon an verschiedenen anderen Stellen von uns eingehend beleuchtet wurde - hier nur noch ein Punkt: Die griechischen Wähler ließen sich letztlich nicht in so großer Zahl wie befürchtet vom dem falschen Glauben verführen, man hätte gegenüber Europa eine starke Verhandlungsposition, weil sich Europa einen vollkommenen Bankrott nicht leisten könne. Vor zwei Jahren hätte das sicher gestimmt. Jetzt existieren schon einige Mechanismen (und die Positionen sind größtenteils abgeschrieben), die zumindest die Vermutung rechtfertigen, man hätte den Griechen jede weitere Hilfe verweigern können, ohne dass der Rest Europas ins Chaos gestürzt wäre. Glücklicherweise scheinen wir aktuell diese These nicht testen zu müssen. Aber die Frage kann sich bald wieder stellen.
Der zweite Brennpunkt war Spanien, wo im Zuge des guten ersten Quartals ein Versuch gestartet wurde, die Banken besser zu kapitalisieren und auf künftige Kreditausfälle besser vorzubereiten. Der Versuch ist kräftig danebengegangen und endete mit einem Hilfsansuchen beim Europäischen Stabilitätsmechanismus EFSF/ESM. Der Hintergrund: Die spanische Bankenlandschaft wird seit Jahren konsolidiert, um mit den Kreditausfällen durch die Immobilienblase zurechtzukommen. Viel war da schon passiert, aber es stellte sich in diesem Jahr die doppelte Herausforderung: erstens die Kernkapitalquoten bis Jahresmitte auf die von der europäischen Aufsicht vorgegebenen 9 Prozent zu heben, und zweitens die Rückstellungen für Immobilienkredite zu erhöhen, selbst wenn diese noch nicht "notleidend" sind (Vorgabe des spanischen Finanzministeriums). Wäre diese Übung einfach durch die Aufnahme von genügend neuem Kapital oder den Abbau der Immobilienkredite gelungen, dann wären die spanischen Banken in puncto Sicherheit auf eine neue Stufe gestellt worden. Durch die Unsicherheiten im zweiten Quartal ist diese Übung misslungen und es tat sich folgender Teufelskreis auf: Muss der Staat Spanien das Kapital für die Banken aufbringen und einschießen, so steigt der Schuldenstand des Staates, seine Bonität verschlechtert sich und damit verschlechtern sich auch die Assets, also spanische Staatsanleihen in den Büchern der Banken. Das wiederum (vereinfachend) führt zu mehr Kapitalbedarf. Durch die Hilfe aus dem EFSF/ESM konnte dieser Teufelskreis bis zum Gipfel am Monatsende nicht durchbrochen werden, weil die Hilfe über den spanischen Staat geführt wird und dessen Schulden erhöht. Immerhin können dadurch die Zinskosten niedriger gehalten werden. Aber die Frage nach einem gemeinsamen "Topf" zur Hilfe angeschlagener Banken oder sogar nach "Eurobonds" stand damit (und mit Hollande im Elysee-Palast) wieder im Raum. Aus dieser Sicht ist der "Wachstumspakt" von EUR 130 Mrd. eine eher dürftige Entwicklung, wenn nicht noch zusätzlich Strukturen geschaffen werden, die bei Bankenproblemen besser helfen können.
Für das dritte Quartal wird es wieder wichtig sein, den Zeitpunkt, an dem die Angst am Markt etwas zurückgeht und die Unternehmen wieder vermehrt Anleihen emittieren, nicht zu verpassen. Da die Aufschläge insgesamt aber relativ eng sind, kommt der Differenzierung zwischen den Sektoren und Emittenten wieder mehr Geltung zu. Übergeordnet wird trotzdem wieder die Performance der Staatsanleihen aus der Peripherie das Bild bestimmen.
Rückfragen:
Mag. Friedrich Strasser
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Tel.: +43-1-502 20-216, friedrich.strasser@gutmann.at
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Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert. Für deren Richtigkeit und Vollständigkeit sowie für das Eintreten von Prognosen wird jedoch keine Gewähr übernommen und jede Haftung ausgeschlossen. Die Anlage in Investmentfonds ist Marktrisiken unterworfen. Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Ausgabe- und Rücknahmespesen werden in den Performancedaten nicht mitberücksichtigt. Die Wesentliche Anlegerinformation (Kundeninformationsdokument bzw "KID") gemäß § 134 InvFG 2011 bzw bis zur jeweiligen Einführung des KID der veröffentlichte Vereinfachte Prospekt im Sinne des § 198 Abs 1 InvFG 2011 iVm § 6 InvFG 1993 sowie der veröffentlichte Vollständige Prospekt gemäß § 131 InvFG 2011 stehen den Interessenten in der aktuellen Fassung bei der Gutmann Kapitalanlageaktiengesellschaft und der Bank Gutmann AG, beide Schwarzenbergplatz 16, 1010 Wien, Österreich in deutscher Sprache kostenlos zur Verfügung.
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